Endstation Brasilien

11 07 2012

Die Tage sind gezählt und so bin ich nun schon mal in Salvador da Bahia.
Von hier aus geht es dann per Direktflug zurück nach Frankfurt….

Aber vorher war ich noch beim Wandern in der wundervollen Gegend des Chapada Diamantina Nationalparks.
Dafür ging es nochmals 400 km mit dem Bus ins Landesinnere in das schöne, kleine Städtchen Lencois.

Die ersten beiden Tage habe ich mehr oder weniger auf eigene Faust die Umgebung erkundet und einige nette, kurze Wanderungen unternommen.

Am dritten Tag habe ich zufällig eine junge Deutsche kennengelernt, die nach einem Wanderpartner Ausschau hielt, um sich die Kosten zu teilen.
Die „Amazone“ hatte bereits eine Tour und einen Guide für 2 Tage organisiert und ohne groß zu überlegen habe ich zugesagt.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon los.

Die Gipfel der Bergketten sind mit bis zu 1.700 m Höhe zwar nicht gerade schwindeleregend, doch hatten es die Anstiege teilweise ganz schön in sich.
Die Ausblicke in die verschiedenen Canyons und die wundervolle Natur haben uns für die Schinderei jedoch immer wieder belohnt.

Wir hatten uns mit dem „Trilha do Vale do Pati“ (Tal von Pati) auch eine der schwierigsten, dafür aber auch schönsten Touren ausgesucht.
Die meisten Wanderer gehen diese Strecke in 3 Tagen,– dies meinte jedenfalls unser Guide.
Doch 2 Tage waren genug, auch wenn wir ziemlich „straff“ unterwegs und am Abend richtig müde waren.

Es war einfach schön, seinen Körper wieder einmal zu spüren.

Nach 5 Tagen auf den Beinen wollte ich aber dann auch ein letztes Mal an einen schönen brasilianischen Strand.

Also ging es von Lencois über Salvador direkt nach Imbassai, ca. 65 km nördlich von Salvador.

Imbassai ist ein kleiner Ort, ohne Bank oder Geldautomat, verschlafen, schöner, kilometerlanger Strand der zum Laufen einlädt, relaxtes Guesthouse mit abendlichem Besuch von kleinen Affen ……also genau richtig, um mich auf meine Heimreise emotional vorzubereiten und zurück zu schauen.

Hier bin ich auch nochmals 14 km am Strand von der nächsten größeren Ansiedlung Praia do Forte nach Imbassai gelaufen,— nur Hängematte geht irgendwie dann doch noch nicht!!!!

Naja…und jetzt ist irgendwie Endspurt angesagt.

Zurück nach Salvador do Bahia und dann in die Heimat.

In Salvador do Bahia schliesst sich dann auch irgendwie der Kreis meiner Weltreise.

War ich doch in Afrika gestartet und Salvador gilt als die afrikanischste Stadt in Brasilien. Mein Freund „Marcos“ meinte sogar, es ist die „afrikanischste“ ausserhalb des „schwarzen“ Kontinents!

Marcos ist auch ein Teil in meinem Reise-Puzzle.

Ihn hatte ich vor einem Jahr in Namibia kennengelernt und jetzt haben wir uns hier nochmals getroffen und er hat mir SEINE Stadt gezeigt, haben zusammen beim Deutschland Spiel gegen Italien gelitten und er hat mir Capoeira nähergebracht.

Dies ist eine brasilianische Kampfkunst bzw. ein Kampftanz, dessen Ursprung auf den afrikanischen NíGolo („Zebratanz“) zurückgeführt wird. Capoeira wurde während der Kolonialzeit in Brasilien von aus Afrika eingeschifften Sklaven praktiziert und weiterentwickelt.

Noch eine ganz große Parallele zu Africa ist der populärste Gruss in Brasilien:
…. mit Daumen hoch und einem Lächeln öffnen sich in Brasilien (fast) alle Türen und Herzen.
So einfach kann es sein, dazu noch ein „todo bem“ („alles klar“, „wie läufts“, „gehts gut“??) und man(n) ist mitten drin statt nur dabei!

Mir ist Brasilien mit seinen „bunten“ Menschen wirklich ans Herz gewachsen und dies, obwohl es auf den ersten Blick doch teilweise sehr „amerikanisch“ wirkt und auf dem Weg zur südamerikanischen Wirtschaftmacht sicher viel Identität verloren ging.
So meinte ein Schweizer, der bereits viele Jahre in Brasilien lebt, vor ein paar Tagen auch zu mir: „Das Brasilien, das wir mal so liebten, geht mehr und mehr verloren……“
Gut, da kann ich (zum Glück!!??) nicht mitreden, da es ja mein erster Aufenthalt in diesem schönen Land war.

Doch sicher nicht mein Letzter…….

Aber jetzt ist erst mal wieder „Alemao“ angesagt…..irgendwie natürlich komisch nach so langer Zeit zurück zu kehren.
Doch freue ich mich auf meine Familie und Freunde,— und bin ich es gerade auch müde aus meinem Rucksack zu leben oder mit wildfremden (jedenfalls am Anfang!!) Menschen das Zimmer zu teilen….
ABER es ist auch nach 15 Monaten!!!! nicht soooo leicht das Nomadenleben aufzugeben.

Die Freiheit hat schon was.

Im Moment kann ich noch kein grosses Fazit zu meiner Reise ziehen,— dafür muss ich wohl erst wieder auf „deutschem Boden“ landen.

Aber das Gefühl es wirklich „gemacht zu haben“ ist ein ziemlich gutes und ich fühl mich gerade so richtig „zufrieden“……

 



Samba und Hustenbonbons

28 06 2012

Von den Iguazu Falls bin ich dann also nach Rio geflogen, um meinen Freund Alex am Flughafen zu empfangen.
Mitgebracht hatte ich eine schöne Erkältung…..dem Mix aus Dauerregen in Fox do Iguazu und der Kälte im Flugzeug musste mein Körper Tribut zollen.
Hat mir natürlich gar nicht in den Kram gepasst, schliesslich wollten wir uns etwas ins Nachtleben von Rio stürzen und zum Samba mit der Hüfte wackeln.

Aber zuerst stand ich da mal am Flughafen und habe Hustenbonbon lutschend auf den Kerl gewartet……und beinahe hätten wir uns auch verpasst.
Ich war wohl im Fieberwahn und habe „Hans-Guck-in-die-Luft“ gespielt und er hat vielleicht nach einem Guru auf dem Meditier-Teppich Ausschau gehalten….naja jedenfalls sind wir eine halbe Stunde in der Gegend rumgestanden, etwa 25 Meter voneinander entfernt, und haben uns irgendwie nicht gesehen!!!
War dann umso schöner, als ich ihn doch entdeckte (er wollte sich schon ein Taxi bestellen) und er noch auf meinen „ALEX-Ruf“ reagiert hat…. 😉

Wir haben uns BEIDE nicht gross verändert und so war es irgendwie als hätten wir uns erst vorgestern das letzte Mal gesehen, so war unsere einstündige Busfahrt zurück in das Stadtzentrum, ich hatte uns in Lapa einquartiert, recht kurzweilig und die Freude gross …..so soll es bei „Amigos“ aber auch sein.

Das Wetter hat am Anfang auch in Rio nicht mitgespielt und so war es ganz gut, dass ich mit Marco in Bonito bereits einen Brasilianer kennengelernt habe, der in Rio lebt und uns gleich für den nächsten Tag „verplant“ hat. Genauer gesagt sind wir gleich mal mit ihm in eine deutsche Kneipe und haben uns das erste EM-Spiel unserer Elf angeschaut.
Der Spiel war nicht berauschend, aber die Kneipe und der Besitzer umso uriger….werden Mike wohl nicht so schnell vergessen. Erinnerte ein wenig an unsere Jugend im Gasthof „Braunes Ross“. 😉
Marcos, unser neuer brasilianischer Freund, hatte für diesen Tag auch gleich noch Karten fürs Stadion besorgt.
Flamengo Rio de Janeiro gegen Coritiba war das Match und am Ende siegte Flamengo (ohne Ronaldinho, der wurde ein paar Tage vorher suspendiert….schade!!) 2:1,– wobei uns das Spiel nicht vom Hocker gerissen hat.

Irgendwie hatten wir uns die Atmospähre und ein Fussballspiel in Rio anders vorgestellt….ABER da gab es seit dem auch noch andere (brasilianische) Seifenblasen die geplatzt sind……….

Die nächsten Tage haben wir dann die Stadt etwas zu Fuss und per Bus erkundet, jedoch war das Wetter nicht berauschend und abends sind wir dann mal etwas weggegangen, ohne es zu übertreiben. Mir ging es einfach nicht sooo gut und nach ein paar Stunden Musik lauschen war es mir dann schon wieder zuviel.

Nach 3 Nächten in Rio sind wir dann erst einmal auf eine Insel umgezogen.
Illha Grande, ca. drei Bus- und eine Fähr-Stunde südlich von Rio entfernt sollte unser nächstes Ziel sein.

Hier wurden dann aus zwei Nächten gleich mal ne Woche.
Schon als wir angekommen sind und von Klaus (einem Deutschen der seit 22 Jahren auf der Insel lebt) empfangen wurden, fühlten wir uns wie zuhause.
Unsere Unterkunft war genial, sehr ruhig und da Nebensaison kaum weitere Gäste.

Auf der Insel gibt es keine Hotelkomplexe oder Hotelanlagen, nur Pensionen, Gästehäuser (Pousadas) oder Hostels, was den ganz bestimmten Charme ausmacht.
In der Saison ist wohl trotzdem sehr viel los und man(n) kann auch was erleben,– doch für uns war es so ruhig optimal.
Die grüne, hüglige Dschungel-Insel lädt zum Wandern ein und in 2,5 Stunden läuft man zu irgendeinem Strand, an dem man nahezu alleine ist und der traumhaft, fast kitschig daher kommt und davon gibt es dort einige!!
Klar, dass wir es hier prima aushalten konnten.

Und es gibt auf Ilha Grande fast keine Fahrzeuge (jedenfalls für private Zwecke) und diese Ruhe und Gelassenheit färbte schon nach einigen Stunden ab.

Wir hätten es dort auch gut und gerne 2 Wochen ausgehalten, doch wollten wir erstmal Rio noch eine Chance geben und sind dorthin zurückgekehrt.

Wieder ins Viertel „Lapa“.
Erinnerte mich etwas an Kreuzberg in Berlin und hat auch diesen „abgefuckten“ Charme. Dort gibt es auch so etwas wie eine „Alternativ-Szene“ und nette, günstige Clubs mit Live-Musik. Einer davon hatte es uns besonders angetan und diesen besuchten wir dann auch gleich nochmals.
Das Wetter wurde auch etwas besser und so sind wir dann auch mal den Jesus besuchen gegangen, der dort über der Stadt steht und seine Arme ausbreitet……das wäre was für meine Mutter gewesen!!!!

Nach 2 Nächten hatten wir dann schon wieder genug von der Großstadt und sind nochmals ans Meer gefahren.

Diesmal 200 km nördlich von Rio nach Arraial do Cabo. Ein kleiner Ort Nahe von Cabo Frio (ca. 350.000 Einwohner).
Wieder hatten wir Glück mit der Unterkunft,– diesmal direkt am Meer und auch hier war der kilometerlange Strand und das Wasser einfach superb.
Dort hatten wir ganz hellen Sand und Dünen anstelle von Bäumen und Palmen…..hatte auch durchaus seinen Reiz.

Wir hatten uns auch hier schnell an das Meeresrauschen und die damit verbundene meditative Ruhe gewöhnt und uns nicht unnötig angestrengt.
😉
So vergingen die Tage wieder wie im Flug…….und nach 1 Woche sind wir sind wir aufgeschreckt und haben bemerkt, dass unsere gemeinsame Zeit zu Ende geht !!! 🙁

Für Alex war es schon wieder soweit nach nach Deutschland zurück zu fliegen und ich wollte weiter gen Norden ziehen.

So sind 3 Wochen wie im Flug vergangen und es war ziemlich entspannt…..aber so hatten wir uns das auch vorgestellt.

Alex ist zurück nach Rio und von dort gleich heimgeflogen und ich bin weiter nach Salvador de Bahia im Norden.

Von hier aus werde ich dann auch bald NACHHAUSE fliegen!!!

Ja, alles hat ein Ende….selbst ne Weltreise,— obwohl die Welt ja rund ist und ich schon noch ein paar Sachen im Kopf hätte !!

Aber wie meinte meine GROSSE Schwester neulich so schön: „Jetzt wird es Zeit, dass mal wieder heim kommst…jaja…15 Monate durch die Welt gondeln und hier und da ein wenig wandern, dass würde mir auch gefallen!!!“

Und da ich ja fast immer auf meine liebsten Geschwister höre, habe ich sofort !!! einen Rückflug gekauft und bin wohl so um den 19.Juli wieder in Wilfersteda….

ABER vorher gehe ich nochmals wandern….morgen fahr ich in ein Naturschutzgebiet „Chapada Diamantina“,– soll dort richtig schön sein und ein tolles Wandergebiet. Ich muss noch ein paar Pfunde los werden, bevor ich in den Flieger steige, sonst muss ich noch Übergepäck bezahlen!!! Condor ist da recht pingelig…..

Hasta luego.

 



Lebensfreude pur in Brasil

4 06 2012

Hola!
Über Land nach Brasilien zu kommen, ist schon mal nicht so ohne;— jedenfalls wenn man es von Bolivien aus tut.
Und dann noch am NATIONALFEIERTAG…wenn die Volksseele angeheitert ist und die Stimmung etwas kocht!!!!

Ich wusste wohl, dass es ein langer Busritt (14 Stunden) wird, aber mit so schlechten Straßen und Überschwemmungen hatte ich dann irgendwie nicht gerechnet.
Das Wasser ist sogar von unten in den Bus eingedrungen und ich hatte so meine Bedenken, wie mein Rucksack aus dem Stauraum rauskommt.

Dann war auch mal wieder Streik angesagt auf der bolivianischen Seite und so mussten wir 15 km vor der brasilianischen Grenze zweimal zuerst um die Streikposten herum laufen und dann ein (Art) Taxi nehmen. (Ich sag nur „MAFIA-Methoden“!!!)

Ich war diesmal wirklich froh, nicht alleine unterwegs zu sein und meinem jungen Begleiter aus Augsburg ging es genauso!
Die Atmosphäre war irgendwie sehr seltsam und alles wegen einem Stück Land, das ein durchgeknallter Regierungschef vor über 100 Jahren für ein Pferd!!!!! an Brasilien verschenkt hat und die Bolivianer gerne zurück hätten……………

Doch bereits an der Grenze nach Brasilien ist unsere Stimmung schlagartig gestiegen.

Grund???
Die Brasilianer!!!

Wir haben gleich so nette Erfahrungen gemacht mit brasilianischen Reisenden und auch der Grenzbeamte war mal so etwas von nett und sprach sogar ein wenig Deutsch….was er natürlich auch gleich praktizieren wollte.
Unsere ersten Kontakte waren einfach WOW……

„Hier sind wir richtig, hier wird es uns mal so richtig gefallen“…war der Tenor von Timo und mir.

So ging es erst einmal für eine Nacht ins Hostel in der Grenzstadt Corumba und am nächsten Tag sollten sich unsere Wege dann wieder trennen.
Aber es ist dann doch anders gekommen.
Wir haben an der Grenze eine junge Französin kennengelernt, die uns einen Trip ins Pantanal ans Herz gelegt hat.

Das südamerikanische Pantanal (portugiesisch für Sumpf) ist eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Erde. Das artenreiche Feuchtbiotop wurde unter Naturschutz gestellt und seit 2000 zum Welterbe durch die UNESCO erklärt.

Für uns war diese Tour dann auch noch praktisch, da sie uns weiter in Landesinnere und somit näher zu unseren nächsten Zielen brachte.

So bin ich dann nochmals 2 Nächte in die Wildnis verschwunden und die Tierwelt war wieder beeindruckend.

Nur die Moskitos waren erneut eine Plage und teilweise hatte man das Gefühl die tragen einen davon, saugen einen aus und schicken dann einen Erpresserbrief an die Hinterbliebenen.
ABER wie ihr seht war es dann am Ende alles nur halb so schlimm und das Erlebte hat mich eh für die gefühlten 3.000 Stiche entschädigt.

Nachdem ich diesen Blutsaugern entkommen bin, gings dann weiter nach BONITO.
Und wie der Name schon sagt ist es dort „wunderschön“! (bzw. in der Umgebung!)
Ein kleiner, schöner, sehr touristischer Ort der in den letzten Jahren konstant zum beliebtesten Urlaubsziel der Brasilianer gewählt wurde.

Die Attraktion ist jedoch nicht die Stadt an sich, sondern der immense Reichtum an Naturressourcen in ihrer Umgebung.
Wanderwege, beeindruckende unterirdische Grotten und Höhlen mit unterirdischen Seen sowie zahlreiche Flüsse mit (aufgrund ihres Kalkgehaltes) kristallklarem Wasser und unzähligen Schwärmen bunter Fische.

Um den Einfluß des Tourismus zum Schutz und Erhalt dieser Naturspektakel gering zu halten, gibt es teilweise für einzelne Reiseziele eine Beschränkung der täglichen Besucherzahl und Touristen müssen von einem staatlich genehmigten Reiseführer begleitet werden. Was die ganze Sache aber auch teuerer macht….. wird das Geld wirklich für den Schutz dieser Gegend angelegt, so habe ich gerne „gespendet“.

Nach ein paar Nächten in Bonito bin ich dann wieder in einen Übernachtbus gestiegen und nach 16 Stunden in Fox do Iguazu gelandet.

Die Wasserfälle von Iguazu an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien sind wohl die bedeutensten auf der Erde und sollten nochmals zu einem Höhepunkt meiner Reise werden.

Die Iguazú-Wasserfälle bestehen aus 20 größeren sowie 255 kleineren Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern. Einige sind bis zu 82 Meter, der Großteil ist 64 Meter hoch. Die Wassermenge an den Fällen schwankt von 1500 m³/s bis über 7000 m³/s. Das umgangssprachlich Garganta del Diablo (spanisch) beziehungsweise Garganta do Diabo (portugiesisch) oder „Teufelsschlund“ genannte Wasserfallsystem ist eine U-förmige, 150 Meter breite und 700 Meter lange Schlucht. Da die meisten Fälle in Argentinien liegen, ist der größere Panoramablick von der brasilianischen Seite möglich. Die Fälle sind durch mehrere größere und kleinere Inseln voneinander getrennt. Über ungefähr 900 der 2700 Meter fließt kein Wasser. Die Fälle liegen sowohl im argentinischen Nationalpark Iguazú als auch im brasilianischen Nationalpark Iguaçu. Diese wurden 1984 (Argentinien) und 1986 (Brasilien) zum UNESCO-Welterbe ernannt.

Am ersten Tag habe ich noch gleich die brasilianische Seite besucht und dies war bereits beeindruckend.
Doch am nächsten Tag ging es dann auf die argentinische Seite und das war dann nur noch unglaublich.
Bei soviel Wasser kann man sich irgendwie gar nicht vorstellen, dass auf dieser Erde ein Wasserproblem vorhanden sein soll!!!
Aber ist natürlich nur eine Momentaufnahme.

Doch was mich bisher am meisten fasziniert sind die Menschen.
Und seit ich hier bin, habe ich bereit eine Menge Brasilianer kennengelernt. Meist welche, die auch reisen bzw. sich im Urlaub befinden,—– aber sei’s drum, ich habe ja auch schon viele andere Reisende getroffen mit denen ich mich gut verstanden habe….doch die Brasilianer sind mal so etwas von nett, relaxt und fröhlich.
Ist hoffentlich ansteckend!!!!!

Morgen gehts weiter nach Rio……aber diesmal nicht 24 Stunden im Bus, sondern per Flugzeug. Kostet 20 Euro mehr und 2 Flugstunden.
Gönn ich mir jetzt mal einfach!
UND am 07. kommt dann mein Kumpel Alexander und dann wird es mal so richtig geschmeidig werden an der Copacobana…..

http://www.youtube.com/watch?v=R4GxUKYQ258

 



Höhenkrank – Bolivien

21 05 2012

Ich habe also abermals meine „Pläne“ über Bord geworfen und bin nicht von Peru nach Brasilien weiter gereist, sondern nochmals weiter südlich nach Bolivien.

So ging es nochmals zurück an den Titicaca See. Diesmal zur bolivianischen Seite nach Copacabana. Hört sich schon sehr nach Brasilien an. Jedoch laufen die Mädels auf über 3.000 Meter nicht in knappen Bikinis herum und nur wenige „Waghalsige“ springen in den See, um sich abzukühlen.

Ich gehöre da nicht dazu. Unter 25 Grad bekommt mich niemand ins kühle Nass…………….

Cobacabana ist ein netter Ort für Aussteiger (hauptsächlich aus Argentinien) und ich bin noch am gleichen Tag mit dem Boot 3 Stunden weiter auf die „Isla del Sol“ (Sonneninsel).
Naja – warum auch nicht, war ja in nur ca. 16 Stunden im Bus von Cuzco gekommen.
Auf der Insel angelegt, war nach einem kurzen Spaziergang erst einmal die Luft raus und ich bin für 12 Stunden ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag wurde dann alles mal schoen erkundet und die traumhafte Landschaft genossen. Das Licht ist in diesen Höhen ganz besonders und manche Bilder erscheinen total unwirklich.
Nach 2 Nächten ging es dann wieder zurück aufs Festland und gleich mit dem nächsten Bus weiter Richtung La Paz.
Die höchste Hauptstadt der Erde.
Manche Häuser stehen auf über 4.000 Meter, das Zentrum liegt auf 3.660 Meter.
Auf einem sehr begrenzten Gebiet, einem Art Kessel, leben ca. 2,5 Millionen Menschen.
Hier herrscht das organisierte Chaos……jedenfalls erscheint es mir so.
Ein Hupkonzert jagt das nächste, wenn man sich in der Blechkolonne durch die Stadt zwängt. Verkehrsregeln sind nur zu erahnen und der „Stärkere“ hat Vorfahrt…..hier und da versucht ein Polizist ein wenig einzugreifen, doch irgendwie regelt es sich dann doch alles und siehe da, man kommt tatsächlich am Busbahnhof an und auch die Taxifahrt zum Hostel hat irgendwann ein „gutes“ Ende!

La Paz ist auch sonst ein Erlebnis. Hier trifft man auf soviele Stände und Laeden mit traditionellen Waren und Lebensmitteln, die von den Indio-Frauen angeboten werden,– auf der anderen Seite gibt es tolle Lokale und moderne Geschäfte. Die Straßen sind voller Leben, alles fließt, ist in Bewegung.

Es ist auch keine Seltenheit, daß man plötzlich in irgendeine Demonstration hineinläuft. Es gibt fast täglich Zusammenstöße zwischen der Polizei und der Bevölkerung. Hier wird nicht lange gefackelt und schnell fliegen ein paar Steine auf der einen und ein paar Tränengas-Granaten auf der anderen Seite durch die Luft.
Mir hat es bei einem Stadtrundgang deswegen auch einmal die Tränen in die Augen getrieben und dies nicht nur, weil ich mit den „armen“ Ärzten gelitten habe, die ihre Arbeitszeiterhöhung von 6 auf 8 Stunden nicht akzeptieren wollen, sondern eher da ich dieses Reizgas noch nicht gewöhnt bin.
Es gibt hierzu folgenden bolivianischen Witz:
„Moskito Spray ist in Bolivien sinnlos…..die Mücken sind Stärkeres gewohnt!!!!“

Von La Paz aus bin ich dann das erste Mal in den Amazonas weiter gezogen.

Zuerst mit einem kleinen Militär-Flieger von La Paz in ca. 40 Minuten nach Rurrenabaque ins Amazonas-Becken.
Dann von dort aus mit dem Jeep weiter Richtung Nationalpark.
Dies war dann das erste Abenteuer, da es die Tage davor heftig geregnet hatte und die Straße fast unbefahrbar erschien.
Zahlreiche LKW’s und Busse waren im Schlamm versunken, doch irgendwie hat es unser Fahrer dann doch geschafft und uns in ca. 5 Stunden ins Camp gebracht. Zweimal sind auch wir steckengeblieben und wurden von Baggern, die dort Tag und Nacht im Einsatz sind, rausgezogen.

Danach ging es auf einem Langboot 3 Stunden lang tiefer hinein in den Amazonas.

Unterwegs konnten wir schon die verschiedensten Vögel sichten und die ersten Süßwasser-Delfine folgten unserem Boot.
Ich hätte nicht gedacht, daß diese wunderbaren Kreaturen doch so häufig vorkommen und in den nächsten Tagen waren sie unsere ständigen Begleiter und tauchten immer wieder um unser Boot oder Unterkunft auf.

Die nächsten 3 Tage wohnten und lebten wir in einem Stelzenbau mitten im Dschungel.
Endlich war es auch 24 Stunden mal wieder so richtig warm und man konnte sich normal bewegen, ohne das Gefühl zu haben immer etwas angetrunken zu sein. (Auf der Hochebene verfolgt einen dies die ganze Zeit, so nach dem Motto: „noch nichts getrunken und schon wieder so schwindelig!!“)

Ohne Moskitos würde ich es traumhaft nennen, aber diese Viecher machen einem das Leben wirklich schwer und ich wurde noch nie so verstochen wie hier!!!!!

Aber trotzdem war es natürlich genial so nahe mit der Natur zusammenzuleben und um unsere Hütte herum waren immer wieder Alligatoren, Kaimane oder Affen unterwegs, die wir aus nächster Nähe beobachten konnten.
Auf unseren Ausflügen per Boot sichteten wir unter anderem Anacondas, Schildkröten, Piranhas und ein Rudel Caypibara (Wasserschweinen, größte Nagetier der Erde) und so viele unterschiedliche Vögeln.
Für einen Naturliebhaber wie mich einfach ein Traum.

Die Rückkehr nach La Paz war dann eher ein Kinderspiel.
Es war 3 Tage trocken und so hatte sich die Straße erholt und die Arbeiter hatten wirklich tolle Arbeit geleistet.
So konnte ich sogar noch die Verlängerung des Champions League Finals und das Elend von München verfolgen, bevor es wieder zurück ins Hochland ging.

So bin ich jetzt wieder in La Paz.
Doch noch heute fahre ich per Bus weiter Richtung Brasilien.
Mein nächster Stop wird Santa Cruz sein. Noch in Bolivien, aber auf 415 Meter und somit wieder in wärmeren Gefilden.
Ich bin etwas höhenkrank, d. h. ich habe die kalten Nächte satt und will wieder in kurzen Hosen herumlaufen.

Der Amazonas ist auch von dort nicht weit und vielleicht versuche ich nochmals den Jaguar zu sichten………..

 



Reiselust – Peru

16 05 2012

Seit ich in Lima gelandet bin, ist sie zurück………meine Lust zu reisen!!

So bin ich nach 3 Tagen Großstadt gleich weiter nach Huacachina. Eine kleine Oase mit ca. 200 Einwohnern in der Wüste.
Dort habe ich gleich am ersten Tag eine aufregende Fahrt mit dem Sand-Buggy unternommen.
Das Ganze war eine Mischung aus Achterbahn und Mad Max für Anfänger. Am Anfang war mir schon mulmig und ich dachte der Typ am Steuer ist auf Drogen……aber irgendwann hat es angefangen, Spass zu machen.

Von Huacachina aus habe ich dann auch am nächsten Tag einen Ausflug in den Nationalpark „Reserva Nacional de Paracas“ unternommen.
Dort konnte man eine Menge Seevögel, Pinguine und Seelöwen beobachten.
War ein netter Kontrast zum „wüsten“ Leben!

Doch auch hier hat es mich nicht lange gehalten und nach 2 Nächten ging es nach Nazca. Dort hat sich die Deutsche Maria Reiche eine Namen gemacht, in dem sie die Nasza-Linien als Erste wirklich erforscht und später dann auch geschützt hat.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Nazca-Linien)
Wenn ich schon mal da bin, so wollte ich mir dies auch genauer anschauen und so bin ich mit 3 weiteren Deutschen in ein Sportflugzeug gestiegen und habe mir das Ganze mal aus der Vogelperspektive angesehen.
Der Flug war dann wirklich imposant und es wurde bei jeder Figur spannend, wenn der Pilot das Flugzeug auf die Seite schwenkte, um uns einen besseren Blick zu gewähren.

Als ich mich von diesem kleinen Abenteuer wieder erholt hatte bin ich gleich in den nächsten Bus und weiter südlich nach Arequipa,———– eine wirklich schöne Stadt.
Die UNESCO ernannte den Stadtkern vor ein paar Jahren zum Weltkulturerbe. Arequipa liegt auf über 2.300 m Höhe. Beherrscht wird die Stadt durch die Vulkane in der nahen Umgebung, den 5.822 m hohen kegelförmigen Misti, den 6.057 m hohen Chachani und den kleineren und entfernteren Pichu Pichu.
Nicht weit von Arequipa liegen auch die Schluchten des Cotahuasi- und des Colca Cañon, die mit bis zu 3000 m Höhenunterschied mit zu den tiefsten der Welt zählen.
Und in den Colca Canon bin ich dann für 3 Tage zum Wandern gestartet.
Es tat so gut sich wieder mal zu bewegen,— auch wenn die ersten 6 Stunden verdammt hart waren und am Abend die Beine mal richtig weh taten.
Naja, von NICHTS kommt einfach NICHTS ….und in Mexico war ich mal so richtig faul.
Doch die Gegend war einfach atemberaubend und hat für die „Schmerzen“ versöhnt.
Außerdem konnten wir schon am ersten Tag den mächtigen Anden-Kondor beobachten. Die Männchen können eine Spannweite bis zu 3 m vorweisen.
Mir sind ein paar ganz gute Schnappschüsse gelungen als sie über unseren Köpfen schwebten.
Die Wanderung war genial und unsere Unterkünfte ebenfalls. Tolle kleine Dörfer in den Bergen, einmal gab es sogar heiße Quellen, in die wir uns gleich mal stürzten und ein andermal dann ein von Bergwasser gespeister Swimmingpool auf über 3.000 m und aufgeheizt wie wir waren sind wir auch dort eingetaucht (wenn auch nicht lange!).
Der höchste Punkt unserer kleinen Reise war dann auf 4.200 m und dort wird die Luft dann schön dünner und die Schritte werden kleiner……

Von Arequipa ging es dann weiter nach PUNO am Titicaca-See.
Der Titicaca-See (spanisch: Lago Titicaca; Quechua: Titiqaqa qucha) ist mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern nach dem Maracaibo-See Südamerikas zweitgrößter See. Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden; der westliche Teil mit 4.916 km² des Sees gehört zu Peru, der östliche Teil mit 3.372 km² zu Bolivien.
Er liegt auf einer Höhe von 3.810 m und ist somit weltweit der höchste See in dieser Größenordnung.

Ich habe dann auch eine schöne Bootstour auf dem Titicaca unternommen und dabei eine schwimmende Insel und später noch eine „richtige“ Insel ca. 3 Stunden von Puno entfernt, besucht.
Auch dies war ein rundum gelungener Ausflug. Der See erscheint einem endlos und wenn man sich vom Festland entfernt, ist das Wasser auch glasklar und zeigt sich in den tollsten Farben.

Puno selbst gibt nicht viel her und so wurde der Rucksack nach 2 Tagen wieder gepackt und es ging weiter nach Cusco.

Cusco liegt auf 3.416 m in den Anden und ist die wohl die schönste Stadt, die ich seit langem gesehen habe.
Die wechselvolle Geschichte als Hauptstadt des Inkareiches, die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung und die Landschaft inmitten der Anden machen sie zum Anziehungspunkt vieler Touristen.
Und von hier aus ging es dann auch auf den MACHU PICCHU !!!!

Dies war dann auch nochmals ein wirkliches „Highlight“ meiner Reise.
Ich konnte leider (???!!!) nicht auf dem regulären Inka-Pfad zu dieser mystischen Hauptstadt der Inkas wandern, da diese Tour bis September ausgebucht ist und es nicht erlaubt ist, den Weg ohne Guide zu gehen,—- doch mein GROSSER Bruder meinte eh, dass dieser Weg total überlaufen und somit auch überbewertet ist!!! 😉

So bin ich auf einer Alternativroute Richtung „Zentrum der Erde“ losgezogen…..so wurde dieser Platz unter anderem von den Inkas genannt!

Es war eine wunderbare Wanderung, teilweise durch Dschungel, dann wieder an steilen Hängen, durch kleine Dörfer und entlang von Terrassen, auf denen die Bauern ihr Getreide, Kartoffeln und Früchte anbauen.
Nach 2 Tagen sind wir dann auch für 1 Tag auf dem original Inka-Trail unterwegs gewesen und konnten somit auch hier einen Eindruck gewinnen wie dieses Volk schon vor ca. 600 Jahren unterwegs war.

Dann am 4. Tag endlich auf den Machu Picchu. Um 4 Uhr morgens sind wir losgewandert um zum Sonnenaufgang dort zu sein.
Ach was soll ich schreiben!!!!
Es war einfach phantastisch…………..
Ich war am Staunen, konnte mich nicht satt sehen, irgendwie auch nicht glauben, dass ich jetzt wirklich dort bin……und konnte mich nur schwer losreißen!
So bin ich erst um 16 Uhr nachmittags zurück ins Dorf gewandert und auch wenn es sehr touristisch ist und man mittlerweile sogar mit dem Bus hochfahren kann;— es bleibt etwas ganz besonderes!

Aber das wars jetzt schon wieder mit Peru. Auch wenn es hier noch soviel zu tun gäbe…….

Ich habe mich jetzt wieder mal ganz kurzfristig entschieden noch heute Nacht weiter nach Bolivien zu ziehen.
Zuerst ein kleiner Zwischenstopp in Copacobana (erneut Titicaca-See) und dann weiter nach La Paz.
Diese chaotische Stadt sollte man angeblich gesehen haben und von dort will ich dann sehen wie ich nach Brasilien komme …..via Amazonas!!!!

 



Auf dem Sprung nach Südamerika

23 04 2012

Nach meiner Stippvisite in Minatitlan bei der Familie Weiss-Lemarroy bin ich ja wieder zurück an die Küste gezogen.
Nach Puerto Escondido.
In San Cristobal hatte ich Alfonso Fors kennengelernt. Einen Exil-Kubaner, Musiker und Lebenskünstler, mit dem ich mich auf Anhieb super verstanden hatte.
Und er hat mich dann auch gleich am Busbahnhof abgeholt und für die ersten 2 Tage direkt am Meer in einem netten Restaurant, dass auch zwei Zimmer vermietet, untergebracht.

Puerto Escondido ist bekannt für seine Wellen und gilt als einer der besten Surfspots auf der Welt.
Wenn ich schon mal da bin, so wollte ich es auch mal versuchen.
Leider ist es nicht lange gut gegangen und ich habe mir den großen Zeh so richtig schön an einem Stein aufgeschlagen.
Naja, ich werde es wohl überleben, aber danach war erst einmal Desinfektionsmittel und Hochlegen angesagt.

Aber im Moment bin ich eh sehr relaxt (man kann es auch ruhig „faul“ nennen) und so war es nicht weiter schlimm, dass ich nicht so viel rumrennen konnte.

Durch Alfonso habe ich in Puerto Escondido auch eine Menge Leute interessanter Leute kennengelernt und war des öfteren eingeladen.
Meist Amerikaner, die ihren Lebensabend hier verbringen wollen, genügend Geld haben oder einfach keine Lust weiterhin an die US-Regierung Steuern zu bezahlen (O-Ton „Carlos“).
Natürlich waren darunter auch ein paar „Exoten“ (aber alle ungefährlich).
So zum Beispiel Pam, die ernsthaft darauf wartet, dass sie noch dieses Jahr von einem Raumschiff abgeholt wird!!!
Ich will Euch hier nicht weiter verwirren, aber das hat mit dem Maya-Kalender zu tun und noch einigen anderen Faktoren des Jahres 2012.
Wir werden ja sehen….bei Themen wie diesen habe ich einfach freundlichst genickt, gegrinst und das „Oberstübchen“ abgeschaltet!!
Aber sonst hatte ich in PUERTO eine schöne Zeit und bin nach den 2 Tagen am Meer dann in ein wirklich tolles Haus mit Swimmingpool gezogen.
Ganz in der Nähe war die wohl schönste Bucht des Ortes „Carrizalillo“ und so habe ich die Zeit am Strand, mit Lesen, Quatschen und Domino spielen verbracht oder bin in den hauseigenen Pool gesprungen.

Zweimal war ich dann mit Alfonso und ein paar anderen Leuten in der Lagune „Manialtepec“, ca. 16 km von Puerto Escondido.
Ein Naturparadies eingebettet in einen Mangrovenwald mit einer großen Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen.

Beim zweiten Mal waren wir nachts dort und zwar aus einem ganz bestimmten Grund:
Einmal im Jahr, nur für ein paar Tage, geschieht dort etwas wunderbar Seltsames. Es schwemmt Plankton (Kleinstlebewesen, sogenannte Einzeller) in die Lagune und das Wasser scheint bei Bewegung zu leuchten.
Tatsächlich leuchtet aber nicht das Meerwasser selbst, sondern die im Seewasser befindlichen Kleinstlebewesen senden nach Berührungsreiz mehr oder weniger lange andauernde Lichtsignale aus.
Vom Boot aus sieht man ploetzlich blaue Kometen im Wasser davon ziehen und stellt staundend fest, dass es sich um Fische handelt.
Und wenn man selbst ins Wasser springt und mit den Armen oder Fuessen wedelt, dann erscheint der ganze Koerper in einem ganz neuen Licht!!!
Taucht man kurz unter und kommt mit blauen Haaren an der Oberflaeche zurueck, so erscheint es fuer die Anderen als wuerden wirklich Ausserirdische landen…..

So etwas hatte ich noch nie gesehen und auch vorher nichts davon gewusst.
Das war mal funky!!!!

Doch mit dem Raumschiff wurde es dann doch nichts und so bin ich heute mit dem Flieger weiter nach Mexico City und morgen geht es weiter Richtung Suedamerika.

Nach Peru!!!

Ich habe lange darueber nachgedacht und da ich einfach zuviel Zeit in Mexico verbracht habe, will ich jetzt ein Stueck weiter gen Sueden fliegen (Lima) und nicht wie geplant ueber Land weiter ziehen.

Auch hat sich mein Freund Oese fuer Brasilien angemeldet und unser Termin ist schon am 07.Juni in Rio!!!

Das erscheint noch viel Zeit bis dahin, doch ist Brasilien weit entfernt und ich will auf jeden Fall vorher noch auf den Maccu Picchu und in den Amazonas!!!

So lets go south!!!

 



Nach einem Jahr „on tour“ reif fürs Altersheim

10 04 2012

365 Tage => 12 Monate => 1 Jahr!!!

vorbei !!!

Ich kann es gar nicht glauben, dass ich jetzt wirklich schon so lange unterwegs bin.
Die Zeit ist wie im Flug vergangen und eigentlich sollte ich am 06.04. von Sao Paulo nach Frankfurt zurückfliegen………eigentlich!!!

ABER ich bin noch nicht so weit und muss einfach noch ein paar Dinge in Latein- und Südamerika sehen und unternehmen.

Ausserdem bin ich etwas „sonnenverwöhnt“ und werde wohl im europäischen Sommer wieder in die Heimat zurückkehren.

Leider sind meine Flüge jetzt verfallen, d. h. ich muss mich um einen“günstigen“ Rückflug kümmern oder wieder mal auf ein „Boot“ oder wenn alle Stricke reißen, heisst es über den Atlantik schwimmen!!! 😉
Wäre dann aber nochmals eine nette Geschichte.

Im Moment bin ich noch weit, weit weg von meinem „Endziel“ Brasilien!!!!

Häng immer noch in Mexiko.
Dies im wahrsten Sinne des Wortes. Mir gefällt es einfach zu gut hier und ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, die ich nach meinem Cuba-Aufenthalt dann nochmals treffen wollte.
Und so vergehen die Tage wie im Flug…..

Als ich aus Cuba zurückgekommen bin ging es wieder nach Playa del Carmen.
Dort habe ich mich dann wieder neu organisiert, Freunde getroffen, mal „deutsch“ gegessen und überlegt, wie es weitergehen soll.

Nach ein paar Tagen bin ich dann mit dem Bus weiter nach San Cristobal de las Casas.
Diese wunderbare Stadt im zentralen Hochland von Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat von Mexiko, gilt als Wiege Mexikos. Die Stadt liegt in der Sierra Madre de Chiapas auf 2100 m Höhe. Sie wurde als Pueblo Mágico ausgezeichnet. (magisches Dorf!!)

San Cristobal ist eine kunterbunte alte Stadt und den ganzen Tag begegnet man hier noch der indigenen Bevölkerung.
Man kann stundenlang über die verschiedenen Märkte schlendern und das Treiben dort beobachten. Die Zeit scheint hier stillzustehen.
Dieses Gefühl hatte ich bereits, als ich vom Busbahnhof (nach 16 Stunden Fahrt benötigte ich ein wenig Bewegung!!) zu meinem Hostel gewandert bin,— alles sehr relaxt und für lateinamerikanische Verhältnisse so leise.

Von dort habe ich das umliegende Bergland besucht, das hauptsächlich von Mayas bewohnt wird. Sehenswert sind die vom Maya-Stamm der Tzotzil bewohnten Ortschaften im Norden und Nordwesten San Cristóbals wie Chamula und Zinacantan, wo zum Teil noch indigene Traditionen und Lebensweisen bewahrt und gepflegt werden. Die Bewohner dieser Dörfer sprechen Spanisch häufig nur als erste Fremdsprache, wenn überhaupt. Fotografieren ist dort nicht erwünscht!!!

Zu all dieser traditionellen Lebensweise hat San Cristobal noch andere kulturelle Attraktionen zu bieten.

So gibt es viele Kirchen und Museen zu besichtigen, an verschiedenen Orten Live-Musik, ein Dutzend gute Cafes (lecker Kaffee aus dem umliegenden Hochland!!!) und eine Menge hipper Bars.

Hier könnte man(n) sich Wochen aufhalten!!!

Doch zog ich nach ein paar Nächten wieder weiter, wollte ja noch einer Familie aus „Wilfersteda“ guten Tag sagen.

Nach fast 2 Monaten Mexiko hatte ich es noch nicht nach Minatitlan geschafft und dort wohnt die Familie unseres Ex-Bügermeisters Günter Weiss, die ich unbedingt besuchen wollte.

Schon vor 12 Jahren war ich mit meinen damaligen Reisebegleitern dort gestrandet und wir hatten eine geniale Zeit mit der Familie „Weiss“ bzw. „Lemarroy“…….

Also nochmals 6 Stunden in den Bus und etwas weiter nördlich gezogen.

Ich wurde schon am Busbahnhof erwartet und das Wiedersehen war sehr herzlich!!!
Maythe und Gunther Felix hatten dann auch schon ein paar kühle Drinks bereitgestellt und es gab viel zu erzählen………

In Minatitlán selbst gibt es keinen Tourismus und auch nicht viel zu sehen.
Die Stadt ist einzig bekannt durch eine von sechs mexikanischen Ölraffinerien der PEMEX. Dies bringt der Stadt Arbeit und zusätzlich auch noch mehrere weitere Unternehmen in die Stadt.
Ansonsten einfach eine ganz normale Arbeiter-Stadt wie es sie zu tausenden in Lateinamerika gibt.

Seit ich hier bin werde ich auf jeden Fall gemästet und jeden Tag sind wir auf einem anderen Fest eingeladen. Aber vielleicht sollte man es fast schon Orgien nennen!!! 😉

Auf unseren „Merzischen-Familien-Festen“ fehlt es sich ja auch an nichts und keiner geht bei uns hungrig oder durstig nach Hause….
ABER HIER……
Es ist einfach unglaublich, was die so auffahren. Und es geht über Stunden… immer wieder gibt es einen Happen und dann wird einem zugeflüstert „lass noch ein kleines Loch….da kommt wieder was“!

Wer mich kennt der weiß, dass man mich da haben kann!!! 😉

Wenn wir dann mal nicht auf „Fiestas“ sind, fahr ich mit „Hugo“ (Gunther Felix) übers Land und sehen uns das „richtige“ Mexiko an.
Besuchen Wasserfälle, kleine Dörfer oder Orte wie den „abgefuckten“ Bahnhof in Chinameca.

Dort wurden Szenen für den Film „Sin Nombre“ gedreht.
Ein Film, der sich mit den mexikanischen Gangs und den „Illegalen“, die aus ganz Lateinamerika mit der Hoffnung auf ein besseres Leben durch Mexiko Richtung USA ziehen. Doch nur wenige erreichen ihr Ziel.
Meist werden sie aufgegriffen und zurückgeschickt oder sie werden schon unterwegs zur Prostitution gezwungen, versklavt, als Drogenkuriere „benutzt“ und im schlimmsten Fall getötet.
Jede Woche werden bis zu 400 Personen durch diesen Güterbahnhof im „Nirgendwo Chinameca“ geschleust…..jeder weiß es, keinen interessiert es.
Ein Menschenleben ist nichts wert!!!!!
Jeder verdient ein wenig mit,– Drogenbanden, Schlepper, Polizei, Militär……
Nur die dort ansässigen Menschen zeigen ein Herz und versorgen die Durchreisenden mit etwas Essen und Wasser.

Es ist für uns kaum vorstellbar, dass es so etwas wirklich gibt.

Und genauso verrückt ist es wohl für die meisten Mexikaner, dass „EINER“ auf Weltreise geht.

Und so war ich vor ein paar Tagen bei der hiesigen Tageszeitung eingeladen und die haben mich dann interviewt, ein paar Bilder von meinem Laptop kopiert und zusätzlich noch welche von mir geschossen.

Heute war ich dann auf Seite 1 der Tageszeitung und auf der 2. Seite ein halbseitiger Bericht mit Bildern,— unter anderem mit dem „Bild des Tages“…………….

Wie ich da wieder reingeraten bin??

Maythe kennt hier „Gott und die Welt“. Die Lemarroys sind in Minatitlan eine angesehene Familie und ein Bekannter von ihr meinte, dass dies eine Story wert wäre und hat mich zur Zeitung geschleppt.
Dann ging alles Ruckzuck……..

Maythe, die Ehefrau unseres Ex-Bügermeisters betreibt in Minatitlan ein kleines Altersheim und dort bin ich im Moment und lass mich „pflegen“.

Doch kann ich mich jetzt natürlich noch nicht zur Ruhe setzen und so werde ich in ein paar Tagen wieder meinen Rucksack packen und an die Küste weiter ziehen.

Da gehts dann nach Puerto Escondido.

Soll ein schöner Ort am Pazifik sein und hier bin ich wiederum eingeladen.

Ein Exil-Kubaner und Musiker, den ich in San Cristobal kennengelernt habe hat mir angeboten bei ihm vorbeizuschauen und will mir dann die Gegend dort zeigen………..

 



Amigos auf Cuba

27 03 2012

Nach meiner Einführung in Sachen Cuba möchte ich heute noch nachreichen, was ich so auf der Insel getrieben habe.

Die Anreise ist eigentlich schon alleine eine Story wert,– doch werde ich mich kurz fassen.

Ich habe in Mexiko auf der Insel Mujeres zwei Mädels aus Südkorea kennengelernt, die ZUFÄLLIG mit dem selben Flugzeug von Cancun nach Havanna geflogen sind.

Wir haben uns also zusammengetan und WOLLTEN zuerst mit der Fähre rüber aufs Festland und dann mit dem Taxi zum Flughafen oder, wenn zu teuer, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Ladies sind aber irgendwie ziemlich „verstrahlt“ (was mich an meinen sonstigen Reisebegleiter und meine lieben Nichten erinnert hat!),— immer das ewige Grinsen im Gesicht, als hätten sie gerade eine lustige Zigarette geraucht (Marke Dreiblatt!) und einfach die Ruhe weg.
So sind wir schon zu spät vom Hostel weg gekommen.
Dann haben wir festgestellt, dass wir unterschiedliche Fähren gebucht hatten, mit unterschiedlichen Abfahrts- und Zielhäfen.
Naja kein Problem für mich, dann geh ich halt in Cancun ein Stück entgegen und hol sie ab.
Lauf also zu deren „angeblichen“ Anliegestelle und als sie nach 2 Schiffen immer noch nicht angekommen sind und mir die Zeit langsam davon rennt, werde ich unruhig und mach mich trotz schlechtem Gewissen auf den Weg. Da Taxi alleine einfach zu teuer ist, wähle ich trotz Zeitmangel die öffentlichen Verkehrsmittel.

Das wäre dann beinahe ins Auge gegangen………ich war der absolut letzte beim Einchecken und als ich dann zum „Borden“ gekommen bin, konnte ich gerade so „durchhetzen“ und mich außer Atem in meinen Sitz fallen lassen.
Dabei hatte ich noch Glück, dass mir ein mexikanisch-cubanisches Pärchen bei den Visaformalitäten geholfen hat!!!

Meine Mädels waren derweil ganz entspannt 3 Reihen hinter mir gesessen und hatten sich schon „Sorgen gemacht“…..
Herzlichen Glückwunsch!!!

Wie dem aus sei, es war wirklich knapp und dann hätte ich Cuba vergessen können!!!
So war auch ich froh, dass die Mädels es irgendwie geschafft hatten und später haben wir dann rausgefunden, wo wir uns verpassten……..da konnten wir dann auch wieder lachen!

Der einstündige Flug mit der alten russischen Tupolev war dann schon die richtige Einstimmung auf Cuba.
Da gibt es keinen Firlefanz wie Fernseher, Musik, Decken oder Kopfhörer.
Es werden Wasser, Kola (cubanische!), Zitronensprudel, Orangensaft oder Cuba-Libre ausgeschenkt und dazu gibt es Sesamsnacks.
Als die Flugbegleiterinnen bei mir angekommen sind, war dann leider schon das Cola aus und so habe ich meinen ersten Cuba-Libre mit Zitronenlimo bekommen. 😀
Ein älterer Cubaner neben mir hat mich angelächelt und mir zugeprostet……

Willkommen in Cuba!!!

In Havanna bin ich dann mit den Mädels gleich mitten in die Innenstadt gefahren und dort etwas abseits in einer „schön abgefuckten“ Nebenstraße in eine Privat-Unterkunft eingezogen. Diese hatte mir ein Franzose (Lui) in Playa del Carmen empfohlen.
Die Besitzerin ist eine „Diva“ und erinnerte an einen verblassten Filmstar, der nicht glauben will, daß seine beste Zeit vorbei ist.
Doch die Räumlichkeiten waren einfach umwerfend und man konnte sich von außen gar nicht vorstellen, wieviel Prunk sich hinter den altem Gemäuer verbirgt.

Hier konnte man es aushalten und auch in alle Richtung aufbrechen.
Der Malecon (die bekannte Uferstraße) ist nicht weit, die ganzen Sehenswürdigkeiten zu erlaufen möglich und auch eine kleine Fußgängerzone mit billigen Restaurants war nur 2 Blocks entfernt.
In den den nächsten 25 Tagen sollte ich hier noch zweimal zurück kehren.

Mein erster Spaziergang durch Old-Havanna war dann irgendwie was ganz besonderes. Fast ein wenig wie „heimkommen“…….
Ich habe es so genossen und alles erstmal (ohne Kamera!!!) nur aufgesaugt.
Die südkoreanischen Mädels sind hinter mir hergewackelt und konnten gar nicht genug Bilder schießen.

All dieser marode Charme, die alten amerikanischen Autos (die Ami’s hatten es echt mal drauf!!), Leute die auf der Straße Domino spielen, Musiker an jeder Ecke, die tollen Gebäude (wenn auch teilweise so verfallen, daß man nur erahnen kann wie schön das alles mal war!!!), die relaxte Atmosphäre in den Gassen und der wenige Verkehr selbst auf den Hauptstraßen.

Und wie angenehm es ist in einer Stadt unterwegs zu sein, in der es so gut wie keine Werbeplakate gibt und einem nicht alle paar Meter suggeriert wird, was man alles zum Glücklichsein benötigt. Keine bescheuerte Blinklichter, Leuchtreklame oder aufgeblasene Werbung.

Einzig die cubanischen Frauen sind teilweise richtig aufgedonnert und fallen ins Auge.

Es war alles wie ich es in Erinnerung hatte.

Auch habe ich mich auf Anhieb wieder zurecht gefunden und konnte ein wenig den Fremdenführer spielen.

So haben wir uns die nächsten 3 Tage einfach in Havanna rumgetrieben.
„Get lost“…….das ist in Havanna die beste Möglichkeit die Stadt zu erforschen und ich habe dies auch diesmal wieder richtig ausgiebig getan.
Am Abend natürlich in irgendwelche Bars, Mojito schlürfen, Musik lauschen und ab und zu auch ein wenig die mexikanischen Hüftpolster wackeln lassen.

Doch meine Reisebegleiterinnen hatten nur 8 Tage für Cuba und so sind wir nach 3 Nächten weiter nach Trinidad in den Süden gezogen.

Trinidad ist für mich das DINKELSBÜHL auf Cuba.
Ein wirklich reizvolles kleines Städtchen mit unzähligen Sehenswürdigkeiten, Kopfsteinpflaster!!! und einigen sehr guten Plätzen für Live-Musik.
Außerdem nicht weit entfernt von einem wirklich schönen Karibik-Strand, zu dem jede Stunde ein Shuttle-Bus fährt. (für 2 Dollar hin-und zurück)

Hier war ich dann auch mal wieder alleine mit dem Rad unterwegs und habe dabei einen genialen kleinen Strand entdeckt.
Die meisten Leute sind dort einfach vorbei gerauscht und haben die verborgene Schönheit gar nicht entdeckt.
Und dies obwohl sich „Camilo“, der „Strandwirt“ wirklich Mühe gegeben hat und dort einige schöne Skulpturen mit Steinen und Muscheln aufgebaut hat, die selbst von der Straße gut zu erkennen sind.

Ein ganz kleiner „Eingang“ führte von einem mit Muschelresten übersäten Strand ins Meer.
Dort wurde man dann von glasklarem Wasser in Empfang genommen, wie man es sich in der Karibik so vorstellt aber nur ganz selten antrifft.
Camilo hat auch für ganze 3 Dollar Schnorchelequipment verliehen und ich habe selten so eine gesundes Riff mit den unterschiedlichsten Korallen gesehen.
Und dies alles einige Meter, nachdem man sich vom Land verabschiedet hat……….einfach staunen und weiteratmen nicht vergessen!!!

Ich bin 5 Nächte in Trinidad geblieben und eigentlich wollte ich von dort weiter Richtung Südosten nach Guantanamo. Nein! Nicht ins berüchtigte Gefangenenlager der Ami’s, sondern in die gleichnamige Stadt, um dort ein paar Freunde vom letzten Mal zu besuchen.

Doch es kam anders als geplant.

Mein „alter“ Freund Schorsch hatte sich kurz vor meiner Abreise in Mexiko mit einem etwas seltsamen Mail gemeldet und ich habe es nicht wirklich ernst genommen.

Das Mail war wie folgt: „Hi Maunz, ich denke, ich werde nächste Woche auch mal in Cuba sein und vielleicht können wir uns ja mal treffen. Jorge“

Darauf folgte dann noch ein Mail, daß er festgestellt hat, nicht mal einen Reisepaß zu besitzen.
Da war die Sache dann eigentlich wieder aus meinem Kopf gelöscht.

ABER irgendwie habe ich dann in Trinidad doch nochmals meine E-Mails gecheckt und dies obwohl es in Cuba wirklich ein Akt ist. Und da war dann nochmals eine Nachricht, daß er am 05.03. um 20 Uhr in Havanna eintrifft und es schön wäre, wenn ich ihn abholen würde.

FUCK !!! Ich konnte es nicht glauben…….er hat doch Flugangst und ist seit Jahren nicht mehr geflogen…außerdem ist es ja nicht wirklich billig…..tausend Gedanken sind mir durch den Kopf und ich glaubte fast, daß da irgendjemand „anders“ angeflogen kommt….nur wer??
Wollen sie mich gewaltsam wieder nach Hause holen….kommt Maria selber und holt ihren Kleinen an den Ohren??!!!

Klar bin ich am 04. März nach Havanna zurück und bin dann auch standesgemäß mit einem Wagen aus den 50er Jahren am Flughafen vorgefahren…..doch wen hol ich überhaupt ab???

Als dann tatsächlich Georg in die Empfangshalle einmarschiert ist, war die Freude riesengroß und wir wussten erst gar nicht so richtig, wie wir mit der Situation umgehen sollten.
Ich war auf jedenfall froh, daß es dann doch ER war und Jorge meinte auch ganz trocken: „Schee daß do bischd“!

Nachdem wir uns ja fast ein Jahr nicht gesehen und gesprochen hatten, gab es viel zu teilen und am Anfang haben wir 150 Geschichten angefangen und keine zu Ende erzählt…..was durchaus witzig war.
Nach einem!! Bier wurden wir dann aber etwas relaxter und als wir dann zum „Legendario“ übergegangen sind war es, als hätten wir uns erst gestern das letzte Mal gesehen…………………………..

Die ersten Tage in Havanna waren dann ein kleiner Fitnesstest für meinen Kumpel. Taxi- oder Kutschfahrt (auf Ideen kommt der!!!) war nicht…..schön zu Fuß wurden sämtliche Gassen der Altstadt und alle Sehenswürdigkeiten der Stadt abgelaufen…..immer wieder durch kleine Tankstopps etwas aufgelockert.

Einmal sind wir dann aber auch mit dem Bus an den Stadt-Strand zum relaxen.

Wenn wir nach dem Abendessen nicht zu voll und müde waren, ging es noch in irgendeine Bar, um ganz gediegen ein paar „Longdrinks“ zu schlürfen und Live-Musik zu genießen.

Nach drei Nächten in Havanna wollten wir aber dann auch wieder raus aus der Großstadt und mit dem Bus weiter ins Vinales-Tal.
Das Tal, das etwa 10 km lang und 4 km breit ist, gilt als eines der schönsten Gebiete in Cuba.

ABER erst gab es noch ein Problem, da der Bus ausgebucht war.
Zum Glück ging es nicht nur uns so, sondern es waren mehrer Personen am Busbahnhof, die das gleiche Schicksal ereilt hatte.
So haben wir uns dann mit einem jungen deutschen und einem italienischen Studenten ein Taxi geteilt und sind damit losgezogen. Den Preis konnten wir auf den des Bustickets runterhandeln und so war alles gar kein Thema mehr,— ein bisschen eng war es vielleicht mit all dem Gepäck und diesmal war es auch kein Cadillac, sondern ein Peugeot 405.

Doch nach zwei Stunden Fahrt waren wir dann schon in dem gleichnamigen kleinen Ort Vinales angekommen.

Nachdem wir wieder eine nette Unterkunft gefunden hatten, ging es gleich mal auf Erkundungstour.
Das Ganze wurde dann die nächsten Tage intensiviert und so waren wir dann wieder schön zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs und haben die Umgebung erkundet.

Um Vinales wird wohl der beste Tabak der Welt angebaut und der roten Erde sieht man an, wie fruchtbar sie ist. (auch Kaffee und Yuca wächst hier)

Die bizzaren Kalksteinfelsen, die unwirklich in der Gegend rumstehen und auf denen der kubanische Palmfarn nur so wuchert, sind immer wieder aufs Neue ein Foto wert.

Das Tal ist an sich ist schon mal wunderschön und mit dem Rad sind wir dann auch etwas weitergefahren und haben uns noch andere Gegenden angeschaut, die nicht weniger reizvoll waren.

Und selbst in einem Kaff wie Vinales gibt es Möglichkeiten gute Live-Musik zu hören und auch hier haben wir uns mal aufgerafft….wobei es mit all der frischen Luft, der Anstrengung tagsüber, den kleinen „Tank-Stopps“ und dem vielen Abendessen ziemlich schwer war, sich nochmals auf den Weg zu machen.

Einen Tag machten wir dann auch einen Ausflug auf die Insel Levisa. (Cayo Levisa)
Als wir dort nach 2 Stunden Busfahrt und 1 Stunde mit dem Boot angekommen sind, war alles sehr paradiesisch.
Wir sind dann auch gleich mal ins Wasser gesprungen, was zu diesem Zeitpunkt noch möglich war.
Später ist etwas Wind aufgekommen und die Wellen wurden etwas heftiger und auf einmal war der Strand mit Quallen übersät.

Einige Leute kamen mit ziemlichen Verbrennungen vom Schnorcheln und Tauchen an Land zurück und so hatten wir auch Glück, daß wir auf keine dieser Touren mit sind.

Im Vinales-Tal kann man sicher locker eine Woche verbringen, doch sind wir dann nach 4 Nächten wieder weiter Richtung Süden gezogen.

Diesmal mit dem Bus nach Cienfuegos.

((Cienfuegos ist eine wirtschaftlich bedeutende Region Kubas. Die zwölf ansässigen Zuckerfabriken bewirken, dass die Stadt den größten Zuckerexporthafen der Welt ihr eigen nennt. Neben anderen Fabriken liegt an der Bucht von Cienfuegos das einzige Kernkraftwerk Kubas, welches jedoch nie fertiggestellt wurde, da nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die finanziellen Mittel ausgingen. Anfang der 1990er Jahre errichteten sowjetische Fachleute ein petrochemisches Werk in Cienfuegos, welches seinen Betrieb mit dem Zerfall der Sowjetunion aufgrund ausbleibender Öllieferungen einstellen musste. Nach der Instandsetzung der Anlage im April 2006 und der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmes durch die Ölfirmen Cuba Petroleo und Petroleos de Venezuela werden hier seit 2008 wieder ca. 65.000 Barrel/Tag und später 108.000 Barrel/Tag an Öl verarbeitet. Neben dem Zuckerexport ist der Krabbenfang ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt.))

Cienfuegos gilt außerdem als „sauberste“ Stadt in Cuba und dies wollen wir mal bestätigen. (aber soviele Städte haben wir ja nicht gesehen 😉

Die Fußgängerzone, der Boulevard entlang der Hauptstraße, der Park Josè Marti und der Malecon entlang der Bucht,– alles picobello!!!

In Cienfuegos haben wir es uns so richtig!!! gut gehen lassen und unser Hauswirt mit seinem 21jährigen Sohn hat wirklich bestens für uns gesorgt!!
Nach dem Frühstück war es eigentlich gleich wieder Zeit für ein Schläfchen, so haben die uns gestopft!
Und nach dem Abendessen konnten wir uns gerade noch so auf unsere Terrasse schleppen um unseren Rotwein unter dem Sternenhimmel zu genießen.

Nach zwei Nächten mussten wir von dort weg, sonst hätten wir bald nicht mehr durch den schmalen Treppenabgang gepasst.

Weiter gings nach Trinidad.
Von dort bin ich ja erst wieder vor kurzem zurück nach Havanna……
Aber was soll’s.
Jorge war das ERSTE Mal in Cuba und da muss man einfach nach Trinidad.

Hier waren wir dann für fünf Nächte.

Was diesmal besonders schön war??
Als wir mehrere Male im NICHT-touristischem Trinidad unterwegs waren.
Und da gibt es dann auch kein Kopfsteinpflaster mehr, geschweige denn überhaupt wirklich Straßen, auch keine Touristen sind hier unterwegs.
Georg hatte Klamotten von seinen Kindern mitgebracht und diese wollten wir an bedürftige Familien verteilen.

Was uns hier aufgefallen ist, daß die Menschen stehts mit dem, was wir ihnen überreicht haben zufrieden waren, sich voll gefreut haben, mehrmals bedankten, aber nicht MEHR einforderten.
Und dies obwohl sie gesehen haben, daß wir einen Rucksack voll Zeugs dabei haben.
Vielleicht hat die Revolution und der Traum Che’s vom neuen Menschen ja doch etwas gefruchtet. (Belohnung weniger mit materiellen Anreizen, dafür moralische Ansprüche, Selbstdisziplin und Bereitschaft zum Teilen)

Wir hatten in Trinidad unsere schönste Unterkunft. Eine Art kleines Appartment mit 2 getrennten Schlafzimmern, mit einem ruhigen Innenhof mit riesigen Mangobäumen und einer großen Terrasse.
Hier konnte man die Seele baumeln lassen.
Und außerdem war da ja noch „mein“ kleiner Strand, zu dem ich natürlich mit Jorge zurückgekehrt bin.
Mein Kumpel „Camilo“ hat sich über meine Wiederkehr gefreut und hat es am Anfang nicht ganz kapiert, was ich schon wieder da will…..
Außerdem hatte auch er Verstärkung bekommen und mit seinem Kumpel „Juan Carlos“ eine weitere kreative Kraft bei der Strandgestaltung an seiner Seite.
Leider (bzw. für uns ZUM GLÜCK) sind die Strandbesucher immer noch nicht sehr zahlreich.
Wenn wir nicht beim Schnorcheln im Meer waren, saßen wir zu viert zusammen unter dem einzigen schattigen Plätzchen und haben uns mit Händen und Füßen unterhalten, viel gelacht und auch mal nen kleinen Rum zusammen getrunken.

Wir hatten dort unsere beste Zeit und Georg meinte auch, daß er noch nie solch eine Unterwasserwelt gesehen hat.
Es war ein ganz besonderes Plätzchen für uns!!!!

Aber alles hat ein Ende und so rannte uns die Zeit davon.
Zwei Wochen waren irgendwie wie im Flug vergangen und wir mussten schon wieder zurück nach Havanna. (18.03.)

Georgs Rückflug nach Frankfurt war am 19.März.

Und wir hatten noch eine geniale Nacht in Havanna und am nächsten Tag sind wir noch etwas wort- und lustlos durch die Stadt geschlendert und das wars dann……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

Ich hatte noch zwei Nächte mehr in Havanna und es war zuerst natürlich ein seltsames Gefühl, nach diesen genialen 2 Wochen, wieder alleine zu sein.
War ja nicht irgendwer,– sondern mein Freund seit Kindestagen.

Aber am nächsten Tag hatte ich mich dann schon wieder gefangen und bin durch die Stadt gestreift.

Und die letzten zwei Abende ging es dann wieder mal ins JAZZ-CAFE.
Für mich DIE Location für Musik in Havanna.
Ich war dort diesmal insgesamt 4 x und habe drei verschiedene Bands gesehen und jedesmal war es UNGLAUBLICH.

Dies hätte ich auch noch ein paar weitere Nächte tun können, doch war es dann auch für mich an der Zeit, Cuba den Rücken zu kehren.

Es ging zurück nach Cancun und von dort gleich weiter nach Playa del Carmen.

Hier bin ich auch noch im Moment und werde wohl noch eine Zeit länger hier sein.

Aber die Reise geht noch ein wenig weiter.

Muss nur mal wieder kurz verschnaufen….

 

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Cuba mi amor !

23 03 2012

Ich war also nochmals in Cuba;— das dritte Mal nach 1995 und 2004.

Cuba ist wohl so etwas wie meine große Liebe……

Und wie eine aufregende, selbstzerstörerische, leidenschaftliche Affäre so ist;— wird sich betrogen, gelogen, gehasst, verdammt, vergöttert und versöhnt.

Man(n) kann Cuba wohl kennen lernen,— doch ICH werde es wohl nie wirklich verstehen.
Es ist schwer zu greifen und noch schwerer ist es zu erklären.

Manche behaupten, man kann es nur lieben oder hassen…..

Ich finde auch nicht, daß es so Außerordentliches zu bieten hat.
Es gibt sicher schönere Strände auf der Welt (jedenfalls für Rucksacktouristen, die tollen Strände sind ja Pauschal-Touristen vorenthalten!).
Ok, ein paar nette Bergketten (doch schwer zu erreichen und meist nicht auf eigene Faust zu erkunden).
Man muss dauernd aufpassen nicht beschissen zu werden (selbst in einer „vertrauenswürdigen“ Bar IMMER vorher fragen wieviel die Getränke kosten, sonst gibts ein böses Erwachen!) und Cuba ist kein Billigreiseland!

Reisen in Cuba ist ein wenig wie „Überlebenstraining“ für Touristen.

Naja…..natürlich hat man auch wirklich wunderbare und unvergessliche Begegnungen, eine Geschichte die immer mitschwingt und vor allen Dingen gibt es nirgends auf der Welt so viele geniale Musiker!!!

Ich bin der Meinung, man muss es fühlen.

Mein Kumpel meinte, man muss es auch riechen….. 😀

Dann die Frage, ob es sich verändert hat? Schließlich war ich das letzte Mal vor 8 Jahren dort.

Naja, für die Mehrheit der Menschen, die dort leben sicher nicht großartig.
Gerade in Havana und den größeren Städten fristen viele Bewohner ein Leben als Überlebenskünstler.

Es gibt sicher mehr Läden, mehr Restaurants bzw. Imbisse, mehr Unterkünfte und einige Gebäude wurden mit Hilfe der UNESCO restauriert.

Doch für den „gemeinen“ Cubaner scheint selbst „kleiner“ Luxus immer noch unerschwinglich. (ausgenommen die Leute, die mit Touristen Geschäfte machen oder Verwandtschaft in den USA haben)

Und dies obwohl die meisten Menschen dort eine gute Ausbildung haben und gebildet sind.
Darum fällt es ihnen auch schwer, als Drittland wahrgenommen und behandelt zu werden.
Der Blick wandert immer in die USA oder nach Europa und allzu gern vergleicht man sich mit dem „reichen“ Westen.

Doch gibt es auch Leute, die die Gelegenheit hatten nach Venezuela, Bolivien, Guatemala oder Honduras „ausgeliehen“ zu werden. (Ärzte und Lehrer sind ein Exportgut des cubanischen Staates / Musiker nicht zu vergessen, die dürfen dann auch mal nach Europa!!)

Diese Menschen kommen dann teilweise geschockt zurück und berichten entsetzt wie es in diesen lateinamerikanischen Ländern zugeht. Gerade was Gewalt, Landflucht, Slums, Analphabetismus und das Gesundheitssystem angeht. Alles Punkte mit denen Cuba so gar kein Problem hat.
UND trotz diesen Erfahrungen wird weiter in den reichen „Norden“ geschielt.

Man kann stundenlang über Cuba diskutieren!

Den Vorsprung in Sachen Forschung, Gesundheitssystem, Schulsystem gegenüber anderen Ländern in Lateinamerika und den Polizeistaat.
Über die Prostutition und die Lebensfreude.
Den maroden Charme Havannas und die unglaublichen Musiker überall im Land.
Über politische Gefangene und das Propaganda-Fernsehprogramm der Exil-Kubaner via Miami. (da wird eine Mc Donalds Werbung zur puren Verführung…..kotz!!!)
Über Korruption und was wohl sein wird, wenn Cuba sich politisch verändert.
Warum Cubaner nicht an ihre eigenen Strände dürfen und wieso ein Land in dem alles zu wachsen scheint, einen Großteil seiner Nahrungsmittel importiert und über 50 % der landwirtschaftlichen Flächen brachliegt.

Doch wer hat die Lösung?

Wir haben in den letzten Jahren im Westen wohl oder übel feststellen müssen, daß der Kapitalismus gescheitert ist und somit auch kein Allheilmittel ist,— genauso wie der Sozialismus zuvor im Osten.

Doch wenn Cuba „stirbt“, dann stirbt auch etwas Hoffnung für den Rest der „Dritten Welt“.

Ich werde irgendwann wieder zurückkehren und mal schauen, ob sich alles zum Besseren wendet wie die meisten jungen Cubaner, die nach der Revolution geboren sind, hoffen.

 



Karibisches Inselhüpfen

26 02 2012

Nochmals ein kleines Lebenszeichen, bevor ich dann für 4 Wochen von der Bildfläche verschwinde.

Nach „Karneval in Mèrida“, ganz viel Spaß und genialen Leuten, ein paar Ausflügen in der näheren Umgebung dort, hat es mich auf die Insel „Mujeres“ verschlagen. Hier wollte ich nochmals 3 Tage relaxen bevor es nach

KUBA

geht!

Ich kann gar nicht anders,– wenn ich schon um die Ecke bin, dann muss ich dort einfach mal vorbeischauen und man weiß ja nie, wann der große Umschwung dort stattfindet und Kuba ein weiterer Stern auf der amerikanischen Flagge wird.

Hier in Mexiko warten sie ja irgendwie auch auf den großen Umschwung.
Der da heißt Frieden und Ende des Drogenkrieges.

Hier herrscht ja seit Jahren ein blutiger Kampf zwischen den Drogen-Kartellen, Geheimdiensten, Polizei, Armee und die USA mischt hier auch fest mit.
Das Problem ist wohl sehr komplex und mittlerweile fällt es selbst Insidern schwer zu sagen, wer die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind.
Bei diesem schrecklichen, blutigen Gemetzel (hauptsächlich im NORDEN von MX…also keine Angst, ich reise weiter im Süden!!!) sind wohl in d